Licht in's Dunkel – So beleuchtest du deine Wohnung richtig

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Mit der Umstellung auf die Winterzeit beginnen wieder die dunklen Monate. Zeit, gutes Licht in die Wohnung zu bringen. Denn genügend Licht – das zeigt die Forschung – hilft gegen den Winterblues und steigert unser Wohlbefinden merklich. In unserer grossen Übersicht zur Lichtplanung findet ihr Inspiration für diesen zu oft vernachlässigten Bereich des Einrichtens – mit Tipps für jeden Raum.

Die Bedeutung der Beleuchtung für die Einrichtung einer Wohnung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Bevor du dich an die Lichtplanung machst, musst du dir zuerst genau überlegen, wo was stattfindet in der Wohnung. Wo möchtest du dich entspannen? Wo arbeitest oder liest du? Wo stehen Objekte, die du herausheben möchtest? Wie ist die Wohnung ausgerichtet, bekommt sie genug Tageslicht oder ist sie eher düster? Wo sind dunkle Ecken, die nach besonderer Aufmerksamkeit verlangen?

Das Loch in der Decke

Kalt-weisses Licht wird für Arbeitsflächen oder -räume eingesetzt, warm-weisses für die wohnlichen Bereiche. In der Schweiz ist es leider in älteren Gebäuden noch immer so, dass pro Raum in der Mitte der Decke ein Anschluss für eine Leuchte vorhanden ist. Eine Leuchte in die Mitte des Raumes zu hängen wirkt langweilig, uninspiriert und bietet meist nicht das Licht, das es braucht, um sich wohlzufühlen. Dem kann schnell Abhilfe geschaffen werden. Zum Beispiel mit einem kleinen Haken an der Decke, womit das Kabel und die Leuchte an einen anderen Ort gezogen werden können, sei es über den Ess- oder den Couchtisch oder einfach in eine Ecke des Raumes anstelle einer Stehleuchte. Eine Hängeleuchte sollte immer eine Beziehung haben zu einem Möbelstück. Entscheidet ihr euch gegen eine Hängeleuchte, deckt das Loch in der Mitte der Decke ab und arbeitet nur mit Steh-, Wand- oder Tischleuchten.

Dimmen schafft Atmosphäre

Für eine schnelle Anpassung der Atmosphäre im Raum lohnt es sich, wenn alle Lichtquellen gedimmt werden können. So kann rasch zwischen einer hellen, aktivierenden und einer schummrigen, gemütlichen Lichtstimmung gewechselt werden. Heutzutage sind die meisten Leuchtmittel dimmbar, Dimmer-Drehknöpfe kauft man im Baumarkt. Mit Smart Home Lösungen wie zum Beispiel dem TRÅDFRI System von IKEA können bis zu 10 Lichtquellen angeschlossen, gesteuert und so gedimmt werden. Sogar die Farbe kann man anpassen, von blau zu rot, aber auch von kalt- zu warm-weiss, je nach Stimmung und Tätigkeit.

Noch etwas zu den Leuchtmitteln: heutzutage sind im Handel fast nur noch LED-Lichtquellen erhältlich, die mittlerweile stark aufgeholt haben in Sachen Lichtstimmung und keine Wünsche offen lassen – neben einer sehr guten Ökobilanz natürlich. Halogenbirnen dürfen seit September 2018 nicht mehr verkauft werden, Restposten sind noch erhältlich.

Beleuchtungstipps für jeden Raum

Die Beleuchtung sollte je nach Nutzung des Raumes variiert werden. In unserer kleinen Serie erfahrt Ihr Tipps zu jedem Raum

Küche
Wohnzimmer
Esszimmer
Schlafzimmer
Flur
Arbeitszimmer
Kinderzimmer

Beleuchtung Küche

In der Küche wird gerüstet, gebraten, gerührt, abgewaschen. Dafür braucht es gutes Licht. Man will sehen, was man kocht und dass auch alles wieder sauber ist danach. In Mietwohnungen ist die Arbeitsfläche meist gut beleuchtet. Dafür besteht der Stimmungskiller oft aus einer an der Decke montierten Leuchtstoffröhre mit kalt-weissem Licht für die Allgemeinbeleuchtung des Raums. Diese lässt sich leicht abmontieren und mit einer eigenen Leuchte ersetzen. Entweder eignen sich Spots oder eine spezielle Hängeleuchte, deren Oberfläche gut zu reinigen ist. Bewahrt die Leuchtstoffröhre gut auf, damit sie beim Auszug wieder montiert werden kann.

Hat es in der Küche Platz für einen kleinen Tisch, dann macht es Sinn, über diesem eine Hängelampe zu installieren, die für eine gemütliche Atmosphäre sorgt. Nicht zu niedrig, aber auch nicht zu hoch. So kann – sobald das Essen bereit ist – die Arbeitsbeleuchtung aus- und das gemütliche Licht eingeschaltet werden. Damit alles bereit ist für Küchengespräche bis tief in die Nacht...

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Beleuchtung Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist der Ort, wo man sich Zuhause fühlen möchte, abschaltet am Abend, mit einem guten Buch, beim Kuscheln mit dem Liebsten oder beim Binge-Watching der neusten Netflix-Serie. Für eine wohnliche Atmosphäre braucht es unbedingt mehrere Lichtquellen. Wichtig ist eine gute Allgemeinbeleuchtung. Diese erreichst du mit einer indirekten dimmbaren Beleuchtung. Entweder mit Steh- oder Wandlampen oder versteckten LED-Leisten den Wänden entlang. 

Für gutes Licht zum Lesen platzierst du eine helle Punkt-Beleuchtung zum Beispiel neben dem Sofa oder deinem Lese-Sessel. Im Angebot gibt es viele verschiedene Leselampen. Gut eignet sich auch eine Stehlampe mit mehreren Lichtquellen, die bewegt werden können. Also nach unten auf's Buch gerichtet zum Lesen und nach oben für eine indirekte Allgemeinbeleuchtung.

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Beleuchtung Esszimmer

Für diejenigen, die den Luxus eines Esszimmers geniessen, gilt folgendes: für die Leuchte über dem Esstisch kann gerne etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dabei sollte die gesamte Fläche des Tisches beleuchtet werden, nicht dass einer der Gäste im Dunkeln sitzt. Die Leuchte sollte nicht zu tief hängen, sodass Gesichter verdeckt oder Köpfe angeschlagen werden, aber auch nicht zu hoch, sonst leidet die gemütliche Atmosphäre. 

Und vergesst nicht die allgemeine Beleuchtung des Zimmers, damit der Raum rund um den Tisch nicht im Dunkeln verschwindet. Hier eignen sich Wandleuchten oder LED-Leisten, und zusätzlich eine kleine Tischleuchte auf dem Fenstersims oder dem Sideboard.

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Beleuchtung Schlafzimmer

Im Schlafzimmer ist es wichtig, dass das Licht intim und dimmbar ist. Zu bevorzugen sind weiche Materialien, sanfte Farbtöne und unbedingt warm-weisses Licht. Damit du trotzdem die schwarzen von den blauen Socken unterscheiden kannst, braucht es genügend Lichtquellen. Für Schränke oder Kommoden gibt es Leuchtsysteme, die beim Öffnen der Türen automatisch angehen.

Für eine schöne Atmosphäre sorgen Betten mit integrierter Unterbeleuchtung. Diese kann man mit selbstklebenden LED-Streifen einfach selber anfertigen. Mit Bewegungsmelder versehen gelingt damit der Weg zur Toilette in der Nacht mühelos, ohne dass der Partner auch aus den tiefsten Träumen gerissen wird. Nachttisch-Lampen sorgen dafür, dass die Augen beim Lesen nicht zu stark strapaziert werden. Falls keine Nachttische vorhanden sind, können diese auch an der Wand montiert werden. Ein besonderer Hingucker sind kleine Hängeleuchten links und rechts des Bettes. 

Für Schäferstündchen eignet sich das gute alte Kerzenlicht noch immer am besten. Nur nicht vergessen, sie auszublasen, bevor man in die Tiefen des Schlafs versinkt.

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Beleuchtung Flur

Der Flur wird als eigener Raum oft vernachlässigt, dabei ist es sehr wichtig, wie man begrüsst wird, wenn man nach Hause kommt oder als Gast eingeladen ist. Mit der richtigen Beleuchtung kannst du schnell einen beeindruckenden Effekt erzielen. 

Wichtig ist auch hier eine gute Allgemeinbeleuchtung. Manchmal hängt im Flur ein besonderes Kunstwerk oder steht eine schöne Kommode. Mit Spots können solche Fokuspunkte noch verstärkt werden. Kommoden oder Schuhschränke eignen sich auch gut, um kleine Tischleuchten aufzustellen, die für eine gemütliche Stimmung sorgen. Auch Wandleuchten eignen sich gut im Flur oder entlang von Treppen.

Beim Spiegel, da wo mit kurzem Blick der letzte Check passiert vor dem Rausgehen, ist gutes Licht wichtig. Dieses sollte nicht zu grell sein und nicht nur von oben kommen, so dass keine unliebsamen Schatten entstehen. Gut eignen sich matte Glühbirnen oder indirekte Wandleuchten, die links und rechts des Spiegels an der Wand angebracht werden. So wird der Spiegel ausserdem zum Herzstück des Flurs.

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Beleuchtung Arbeitszimmer/Büro

Im Arbeitszimmer / Büro ist es sehr wichtig zu wissen, was da wann gemacht wird und welches Licht dazu benötigt wird. Die Allgemeinbeleuchtung darf nicht vernachlässigt werden, ist aber nicht so wichtig wie in den anderen Räumen und kann gut mit einer indirekten Stehleuchte gelöst werden. 

Bei Büroarbeiten am Tisch ist eine gute Ausleuchtung des Tischs sehr wichtig. Bereits beim Einrichten sollte man sich überlegen, wie auch das Tageslicht einbezogen werden kann. Bei Rechtshändern sollte das Licht eher von links kommen, resp. das Fenster sich links davon befinden und umgekehrt. Dies gilt auch für die Platzierung der Tischlampe. Eine Platzierung des Tisches nahe beim Fenster hat auch den Vorteil, dass man bei Computerarbeiten die Augen dazwischen immer wieder entspannen kann mit einem Blick nach aussen. 

Befinden sich oberhalb des Tisches Regale, so lassen sich daran gut LED-Leisten befestigen, die den Tisch darunter ausleuchten.

Platziert man einen grossen Werkstatt-/Arbeitstisch in der Mitte des Raumes hängt man darüber am besten eine Hängelampe mit guter Leuchtleistung und kalt-weissem Licht. So sind genaue Arbeiten keine Herausforderung mehr und strengen die Augen nicht zu sehr an.

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Beleuchtung Kinderzimmer

Wichtig ist eine gute Allgemeinbeleuchtung für die Spielstunden, Punktbeleuchtung mit (Klemm-)Spots bei Schreibtischen oder am Wickeltisch und ein Nachtlicht für die schnelle Beruhigung bei schlechten Träumen und für das Vermeiden von «Auf-Legosteine-treten». 

Der grosse Vorteil an der Beleuchtung des Kinderzimmers ist, dass man sehr spielerisch mit dem Licht umgehen kann. Mittlerweile gibt es im Internet viele kreative Kinderleuchten im Angebot oder auch Ideen, wie man selbst – auch zusammen mit dem Nachwuchs – Leuchten gestalten kann. Zum Beispiel entsteht aus einer einfachen Papier-Japanleuchte ein Heissluftballon. Dabei sind der eigenen Kreativität und vor allem der des Kindes keine Grenzen gesetzt.

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