Geld verwalten per Fingertipp: Die Bank auf dem Smartphone

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Du bist neu in der Schweiz oder aus dem Einzugsgebiet deiner Kantonalbank weggezogen und benötigst ein neues Bankkonto um die Miete zu bezahlen? Du hast weder Lust eine Filiale zu besuchen noch Kontoführungsgebühren zu bezahlen? Dann ist eine der neuen Smartphone-Banken genau das richtige für dich! Wir stellen euch die innovativen Unternehmen vor, welche die traditionellen Institute in Bedrängnis bringen.

Was sind Smartphone-Banken?

Vielleicht habt ihr auch schon von diesen neuen Angeboten für Bankdienstleistungen gehört. Wie der Name schon sagt, sind das Bankkonten, die vollständig vom Smartphone aus bedient werden können. Zusätzlich sind die Grundfunktionen meistens kostenlos. Dank günstiger Preise und innovativen Features bringen die Smartphone-Banken Bewegung in die Bankenbranche. Wir wollen euch drei Startup Banken vorstellen: neon, Revolut und Zak.

Die Gemeinsamkeiten von neon, Revolut und Zak

Den drei Apps neon, Revolut und Zak gemeinsam ist, dass sie sich vollständig über das Smartphone eröffnen und bedienen lassen. E-Banking am Computer braucht es nicht mehr. Ausserdem sind die Eröffnung, die Kontoführung und Grundfunktionen wie z.B. Überweisungen kostenlos und alle bieten ein Konto in Schweizer Franken an. Das Einloggen ist bei allen drei Angeboten bequem per Fingerabdruck / Face ID möglich. Revolut und Zak bieten optional kostenpflichtige Upgrade-Möglichkeiten an (siehe Verlinkungen in der Tabelle).

Die Unterschiede von neon, Revolut und Zak

Während neon und Zak ein Schweizer Konto mit schweizerischer IBAN anbieten, gibt es bei Revolut ein Konto in Grossbritannien. Seit Ende letzten Jahres ist es bei Revolut möglich, via einem Korrespondenzkonto bei der Credit Suisse kostenlos Einzahlungen in Schweizer Franken zu tätigen. Das Herkunftsland betrifft auch die Einlagensicherung: Revolut besitzt zwar mittlerweile eine Banklizenz in Litauen, die europäische Einlagensicherung gilt aber lediglich in Zukunft für einige ausgewählte EU-Länder. neon und Zak unterstehen dank ihren Banken im Hintergrund (siehe Tabelle), die für die Startups das Geld aufbewahren, der Schweizer Einlagensicherung. Zak bietet als einzige eine “echte” (Postpaid) Kreditkarte an. Dies hat Vor- und Nachteile: So wollen beispielsweise Autovermieter meistens eine echte Kreditkarte als Sicherheit. Es muss auch kein Geld auf dem Konto sein um es auszugeben. Für viele ist gerade dies aber auch ein Vorteil einer Prepaid Kreditkarte: nur Geld, das man besitzt, kann ausgegeben und Schulden können so vermieden werden. Ausserdem ist bei neon und Revolut jederzeit das ganze Guthaben als Kartenlimite verfügbar, welches auch direkt vom Konto abgebucht wird, ähnlich einer (Debit-) Kontokarte. Damit lassen sich auch grössere Ausgaben, wie Flugbuchungen abwickeln. Bei Zak muss telefonisch die Kreditlimite der Kreditkarte angehoben werden. Bei neon sowie Zak ist es möglich, Einzahlungsscheine zu scannen. Dieses Feature ist spezifisch für die Schweiz und wird deshalb von Revolut nicht unterstützt. In der untenstehenden Tabelle vergleichen wir einige zentrale Punkte der Anbieter.

  Neon Revolut Zak
Webseite www.neon-free.ch www.revolut.com www.cler.ch/de/info/zak/
Bank im Hintergrund Hypothekarbank Lenzburg Barclays/Lloyd's & eigene Banklizenz Bank Cler
IBAN CH GB CH
Einlagensicherung für Schweizer Ja Nein Ja
Kreditkarte Prepaid Prepaid Postpaid
Kosten Kontoeröffnung CHF 0 CHF 0 (Kartenversand: CHF 7) CHF 0
Kosten Kontoführung CHF 0 CHF 0 CHF 0
Kartenzahlungen CH kostenlos kostenlos kostenlos
Bargeld abheben
  • 2x Kostenlos / Monat
  • danach CHF 2
  • CHF 2 weltweit
  • CHF 200 Kostenlos / Monat weltweit
  • danach 2% weltweit
  • Kostenlos an Bank Cler Bankomaten
  • CHF 2 Fremdautomaten
  • CHF 5 weltweit
Premium Konto
(Kosten / Monat)
-
Detaillierte Preise Dienstleistungspreise neon

Preispläne Revolut

Wechselkurse Revolut

Dienstleistungspreise Zak

Die Berechnung des genauen Wechselkurses und der Zuschläge zum Devisenkurs für Kreditkartenzahlungen sind insbesondere bei klassischen Banken nicht ganz einfach herauszufinden. Die Handelszeitung hat die Fremdwährungsgebühren bei Bezahlung in Euro an einem Stichtag getestet: https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/kreditkarten-ausland-kosten-sind-hoher-als-ausgewiesen (Bei neon kommt aktuell noch ein Aufschlag von 1.8% dazu, der damals als Einführungsangebot nicht angewendet wurde, dafür wurde der Kursaufschlag gemäss Preisliste auf max 1.5% reduziert).

neon

Das StartUp aus Zürich kooperiert mit der Hypothekarbank Lenzburg, die lediglich im Hintergrund die Gelder aufbewahrt. Wurde letztes Jahr noch eine Maestro-Karte herausgegeben, so gibt es seit diesem Jahr eine Prepaid-Mastercard, die aber auch zum Geldabheben verwendet werden kann. Dies hat den Vorteil, dass nicht überlegt werden muss, welche Karte verwendet werden soll, da es nur eine Karte für alles gibt. Auch online kann damit bezahlt werden. Auf der Homepage führt neon eine Checkliste mit Funktionen die bereits umgesetzt wurden und solchen die in Zukunft umgesetzt werden.

Revolut

Das Startup aus Grossbritannien wird mittlerweile mit über einer Milliarde bewertet. Bestellt werden kann eine Maestro- oder Mastercard, wobei die Kartenart im Alltag keine Rolle spielt. Die Möglichkeit, weltweit kostenlos zu bezahlen, sowie die guten Fremdwährungskurse machen die Karten zu einem guten Begleiter im Ausland. Lediglich am Wochenende und für weniger übliche Währungen wird ein Zuschlag auf den Interbankenkurs verlangt. Die Kurse können jederzeit abgefragt werden. Dank kostenlosen Fremdwährungskonten kann eine Währung auch im Voraus umgetauscht und damit bezahlt werden. Weiter bietet Revolut virtuelle Kreditkarten, die lediglich für online Zahlungen gedacht sind. Über die App lassen sich alle Karten direkt verwalten und innert Sekunden sperren oder entsperren. Ausserdem können Sicherheitsfeatures wie eine Kartenlimite gesetzt oder z.B. Magnetstreifenzahlungen deaktiviert werden.

Zak

Zak ist die von der Bank Cler lancierte Smartphone-Bank. Zak und die Bank Cler sind eng verknüpft, dies bemerkt man nicht zuletzt am blauen Design der App. Im Unterschied zu den anderen beiden Banken erhält man hier eine klassische Kredit- und Maestro-Karte. In der App erscheinen verschiedene Angebote und Versicherungen. Zahlungseingänge können in vergünstigte Gutscheine umgetauscht werden. Weiter bietet die App an, das eigene Geld in verschiedene Töpfe aufzuteilen um Sparziele zu erreichen. Durch die enge Verknüpfung mit dem Mutterhaus wirbt Zak damit, dass es auch möglich sei, sich in einer Bank Cler Filiale beraten zu lassen.

Welche App soll ich wählen?

Welche der drei Varianten du wählst, hängt davon ab, was dir wichtig ist. Revolut empfiehlt sich aufgrund der fehlenden schweizer IBAN vorerst nicht als Lohnkonto, bietet aber aufgrund der tiefen Gebühren sowie der vielen Sicherheits- und Sperrfeatures die ideale Reisekreditkarte. Die Wahl zwischen neon und Zak ist dann Geschmackssache: Benötigst du beispielsweise eine echte Kreditkarte, so kommt nur Zak in Frage. Möchtest du hingegen nicht ins Minus gehen können und nicht an eine fixe Kreditlimite gebunden sein, so hat neon die Nase vorn. Auch ob du lieber alles über eine Karte abwickelst oder das klassische Duo aus Maestro- und Kreditkarte bevorzugst, kann die Entscheidung beeinflussen. Wer viele Bankautomaten der Bank Cler in der Nähe hat, wird diese kostenlose Bargeldoption schätzen. Bei neon kann an jedem Bankomaten zweimal im Monat kostenlos Geld abgehoben werden. Ebenso das Design der App: ob du die verschiedenen Angebote und Spartöpfe von Zak oder die einfachere Oberfläche von neon bevorzugst kannst du selbst entscheiden.

Ich persönlich finde es super, dass die Fintech Startups Bewegung in die Bankenbranche bringen. Selber habe ich ein Konto bei allen drei Anbietern und benutze momentan vor allem Revolut für kostenlose Auslandszahlungen und Fremdwährungstransaktionen. Wenn mein kostenloses Studentenkonto bei einer traditionellen Bank ausläuft, werde ich mich voraussichtlich zusätzlich für eines der beiden Schweizer Angebote entscheiden, nur schon aus Kostengründen im Vergleich zu einer traditionellen Bank.


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